Brot Frühstück

Sauerteig-Roggenbrot mit Schabzigerklee

Hoch die Hände! Es ist Wochenende – ok, es ist schon fast wieder vorbei, aber den heutigen Tag habe ich genutzt, um meinem Backofen mal wieder ordentlich einzuheizen. Zeig her‘, was du drauf hast junger Bursche… Denn wie könnte man schöner in die neue Woche starten, als mit ein paar köstlichen frisch gebackenen Broten? Leider setzen in Deutschland nur noch sehr wenige Bäcker auf reine Brotzutaten, die frei von Allergenen und Konservierungsstoffen sind. Daher backe ich schon seit einiger Zeit unser Brot von Grund auf selbst (Danke Papa für deine tollen Tipps).

Sauerteig ist sehr gesund, natürlich und seit vielen Jahren als Backtriebmittel bekannt. Sauerteig hat man ewig, wenn man ihn gut behandelt. Zudem kann man jederzeit Brot backen – wenn euch die akute Brot-Back-Sucht heimsucht. Sauerteig – oder wie man ihn auch gerne nennt: Lievito Madre (italienische Mutterhefe) – erfordert einiges an Zeit. Aber ist der Teig erst einmal angesetzt, ist es kinderleicht. Damit die Milchsäurebakterien aktiv bleiben, wird der Teig alle ein bis zwei Tage mit Wasser und Mehl „gefüttert“. Aaaaaanstrengend? Überhaupt nicht. Es macht sogar richtig viel Spaß, dem Sauerteig beim Wachsen zuzusehen. In Schweden gibt es für Sauerteig sogar eigene Hotels. „Was redet die Line schon wieder für einen Quatsch?“ Keinen Quatsch. Wirklich wahr. Hotels für Sauerteige. Die Schweden lieben ihren Sauerteig – was sicher an ihrer Liebe zu Brot und gutem Käckebrot liegt. Und weil der Sauerteig auch während der Urlaubszeit weiter gepflegt werden muss, bringen sie ihn eben in diese Sauerteig-Hotels. Dort werden die kleinen Sauerteige dann immer schön gefüttert und gefüttert –  einfach cool diese Schweden :-). Mein Freund und ich haben echt nicht schlecht gestaunt, als wir davon in Stockholm erfahren haben. Super Idee!

Sauerteig-Roggenbrot mit Schabzigerklee – wunderbare Backstube

Doch nicht nur der Sauerteig macht dieses Brot zu einem meiner Lieblinge. Schabzigerklee, Fenchel, Kümmel und Koriandersamen verleihen dem harten Kerl seine besondere Würze. Schabzigerklee ist ein echt außergewöhnliches Gewürz. Er eignet sich super zum Backen von Brot und Gebäck, da er eine intensive, ausgefallene Würze zaubert. Schmeckt aber auch wunderbar in jeder Art von Frischkäse. Der Duft, der sich beim Backen den Weg durch den Schlitz der Ofentür gesucht hat, ist kaum zu übertreffen. Frischgebackenes Brot und ich führen eine ganz besondere Beziehung :-D. 

Ein Brot, das man am liebsten einfach nur mit Butter isst, ist ein richtig gutes Brot.

Die letzten Minuten der Backzeit saß ich völlig fasziniert vor unserem Ofen und starrte hypnotisiert auf das immer knuspriger werdende Brot – wunderbar <3. Diese Kruste. Diese Farbe. Dieser Geruch. Dieses Gefühl. Dieser Moment, wenn man sein selbst gebackenes Brot aus dem Ofen holt. Dieser Zeitpunkt, wenn man das Brot anschneidet und seinen Liebsten eine Scheibe zum Kosten gibt. Dieser Geschmack…

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So erweckt ihr euren eigenen Sauerteig zum Leben:
Tag 1:

  • 200 ml lauwarmes Wasser
  • 150 g Bio-Weizenmehl
  • 1 EL flüssiger Honig

Tag 3:

  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 50 g Weizenmehl

Tag 4:

  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 50 g Weizenmehl

… und so weiter …

Zubereitung:

  1. Am ersten Tag Wasser, Mehl und Honig in eineSchüssel vermischen, mit Frischhaltefolie abdecken und zwei Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  2. Am dritten Tag Wasser und Bio-Weizenmehl (geht natürlich auch mit Roggenmehl) hinzufügen und glatt rühren. Mit Frischhaltefolie abdecken und 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  3. Am vierten Tag noch einmal Wasser und Mehl hinzufügen und die Masse wieder schön glatt rühren. Mit Frischhaltefolie abdecken und wieder einen Tag bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Ein paar Tipps:

Den fertigen Sauerteig solltet ihr am besten im Kühlschrank aufbewahren. Denn dort werden die Bakterien quasi in einen Ruhezustand versetzt. Damit der Teig nicht „verhungert“, muss er aber  weiterhin mit Wasser und Mehl gefüttert werden. Alle ein bis zwei Tage. Dadurch beginnen die Milchsäurebakterien wieder zu arbeiten. Eine genaue Mengenangabe zum Füttern gibt es eigentlich nicht. Ganz nach Gefühl.  Ich nehme meistens ein wenig mehr Mehl als Wasser (50 ml Wasser + 60 g Mehl).

Am Abend bevor ich ein neues Brot backen möchte, füttere ich den Teig und lasse ihn über Nacht bei Zimmertemperatur stehen. Wenn sich Bläschen an der Oberfläche bilden (bloß nicht wegkippen), ist das ein gutes Zeichen: der Sauerteig lebt und das ist perfekt!

Gutes Gelingen und das Füttern nicht vergessen ;-).


 

Zutaten für zwei Laibe Brot:

  • 500 g Bio-Roggenmehl
  • 500 g Bio-Weizenmehl (Typ 1050)
  • 200 g Sauerteig (wie oben hergestellt)
  • 2 Würfel frische Hefe
  • 2 Tl Salz
  • 1 gehäufter EL Schabzigerklee
  • 1 El Gewürzmischung (Fenchel, Kümmel und Koriandersamen selbst gemahlen)
  • 400 ml warmes Wasser

Zubereitung:

  1. 100 ml warmes Wasser und den Würfel frische Hefe vermischen und eine halbe Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  2. Alle Zutaten in einer großen Rührschüssel vermischen und mit den Händen oder einem Handmixer verkneten. Eventuell noch etwas Mehl oder Wasser hinzugeben, bis ein leicht klebriger (wirklich nur leicht, sonst noch etwas Mehl hinzugeben) Teig entstanden ist.
  3. Zwei runde Geh-Form mit Rillen-Muster ausmehlen und jeweils die Hälfte des Teiges zu einer Kugel formen und hineinlegen. Mit einem feuchten Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort 1,5 Stunden gehen lassen.
  4. Die Brote auf ein Backblech mit Backpapier stürzen und in den auf 250 °C vorgeheizten Backofen schieben (unterste Schiene).
  5. Backzeit: 45 Minuten. Die Brote während des Backvorgangs immer mal wieder mit Wasser besprühen (geht am besten mit einer Sprühflasche für Pflanzen).
  6. Auf einem Gitterrost auskühlen lassen. Fertig!

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Sauerteig-Roggenbrot mit Schabzigerklee
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Zutaten
  1. 500 g Bio-Roggenmehl
  2. 500 g Bio-Weizenmehl (Typ 1050)
  3. 200 g Sauerteig (wie oben hergestellt)
  4. 1 Würfel frische Hefe
  5. 2 Tl Salz
  6. 1 gehäufter EL Schabzigerklee
  7. 1 El Gewürzmischung (Fenchel, Kümmel und Koriandersamen selbst gemahlen)
  8. 400 ml warmes Wasser
Zubereitung
  1. 100 ml warmes Wasser und den Würfel frische Hefe vermischen und eine halbe Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  2. Alle Zutaten in einer großen Rührschüssel vermischen und mit den Händen oder einem Handmixer verkneten. Eventuell noch etwas Mehl oder Wasser hinzugeben, bis ein leicht klebriger (wirklich nur leicht, sonst noch etwas Mehl hinzugeben) Teig entstanden ist.
  3. Zwei runde Geh-Form mit Rillen-Muster ausmehlen und jeweils die Hälfte des Teiges zu einer Kugel formen und hineinlegen. Mit einem feuchten Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort 1,5 Stunden gehen lassen.
  4. Die Brote auf ein Backblech mit Backpapier stürzen und in den auf 250 °C vorgeheizten Backofen schieben (unterste Schiene).
  5. Backzeit: 45 Minuten. Die Brote während des Backvorgangs immer mal wieder mit Wasser besprühen (geht am besten mit einer Sprühflasche für Pflanzen).
  6. Auf einem Gitterrost auskühlen lassen. Fertig!
So erweckt ihr euren eigenen Sauerteig zum Leben
Tag 1
  1. 200 ml lauwarmes Wasser
  2. 150 g Bio-Weizenmehl
  3. 1 EL flüssiger Honig
Tag 3
  1. 100 ml lauwarmes Wasser
  2. 50 g Weizenmehl
Tag 4
  1. 100 ml lauwarmes Wasser
  2. 50 g Weizenmehl
  3. … und so weiter …
Zubereitung
  1. Am ersten Tag Wasser, Mehl und Honig in eineSchüssel vermischen, mit Frischhaltefolie abdecken und zwei Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  2. Am dritten Tag Wasser und Bio-Weizenmehl (geht natürlich auch mit Roggenmehl) hinzufügen und glatt rühren. Mit Frischhaltefolie abdecken und 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  3. Am vierten Tag noch einmal Wasser und Mehl hinzufügen und die Masse wieder schön glatt rühren. Mit Frischhaltefolie abdecken und wieder einen Tag bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Ein paar Tipps
  1. Den fertigen Sauerteig solltet ihr am besten im Kühlschrank aufbewahren. Denn dort werden die Bakterien quasi in einen Ruhezustand versetzt. Damit der Teig nicht “verhungert”, muss er aber weiterhin mit Wasser und Mehl gefüttert werden. Alle ein bis zwei Tage. Dadurch beginnen die Milchsäurebakterien wieder zu arbeiten. Eine genaue Mengenangabe zum Füttern gibt es eigentlich nicht. Ganz nach Gefühl. Ich nehme meistens ein wenig mehr Mehl als Wasser (50 ml Wasser + 60 g Mehl).
  2. Am Abend bevor ich ein neues Brot backen möchte, füttere ich den Teig und lasse ihn über Nacht bei Zimmertemperatur stehen. Wenn sich Bläschen an der Oberfläche bilden (bloß nicht wegkippen), ist das ein gutes Zeichen: der Sauerteig lebt und das ist perfekt!
HATT|GEKOCHT http://hatt-erzaehlt.com/

Habt‘ es fein und bringt die Öfen zum Glühen.

Bussi Line <3

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4 Comments

  • Reply
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